Rüstig als Rentner

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Er klettert tapfer kopfüber in den Container. Ohne Worte.
Anstatt seine Rente zu genießen.
Welche Rente?

StrandGUT?

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Die häufigsten Müll-Strandgüter der Elbe

  1. Zigarettenstummel
  2. Lollistiele
  3. Styropor
  4. Mikroplastik / Plastik

Wie kann es sein dass immer noch derart viel Müll am Strand liegt – ist es nicht mittlerweile bei allen angekommen dass wir was ändern müssen…?

Platz 1 – Zigarettenstummel
Auf Platz 1 finden sich massenhaft Zigarettenstummel. In verschiedenen Ausführungen, weiß, gelb, mit oder schon Banderole oder gar selbst gedreht. Es wird doch möglich sein als Raucher seine Kippen in den nächstmöglichen Müll zu transportieren. Die Natur da draußen ist kein Riesen Mülleimer – auch nicht für noch so kleine große Kippenreste, die die Vögel und Fische in Maul & Schnabel nehmen um zu prüfen ob sie essbar sind.
Rauchen – und dann „ach so cool“ seinen Dreck hinzuschmeißen oder liegen zu lassen, ist gar nicht mehr cool. Wegräumen ist angesagt! Denn ehrlich gesagt habe ich keine Lust Eure abgelutschten Zigarettenstummel am Strand aufzusammeln. Sie liegen lassen ist für mich aber auch keine Lösung. Also bitte – zur Not in ein Stück Taschentuch einwickeln und bis zum nächsten Müll mitnehmen. Mache ich mit meiner Hundekacke schließlich auch.

Platz 2 – Lollistiele
Ich habe im letzten Jahr mindestens 2000 Lollistiele am Strand eingesammelt. Nur weil diese klein und dünn sind heisst es nicht dass sie weg oder unschädlich sind sobald man sie einfach auf den Boden fallen lässt.
Es gibt wahrhaft genug Mülleimer überall und ein Lollistiel lässt sich wunderbar einstecken und bis dahin mitnehmen. Es kann auch kein Erziehungsstil sein den Kindern vorzumachen die Stiele am Strand liegen zu lassen. So können wir nicht weiter machen und die Kids erst recht nicht, denn die brauchen diese Erde noch länger als wir.

Platz 3 – Styropor
Wo kommt das ganze Styropor eigentlich her? Kleine, minikleine und auch viele große Stücke. Zum Teil schon so lange im Wasser unterwegs dass man sie wegen der Verwitterung fast mit einem natürlichen Objekt verwechseln könnte.

Platz 4 – Plastik
Kitkat, Pickup, Snickers! Herrliche Köstlichkeiten deren leere Verpackungen am Strand, im Wald oder am Straßenrand meiner Meinung nach nichts verloren haben. Zigarettenschachteln, Bruchstücke von Plastik, Kabelbinder, Plastikschnüre.
Wisst ihr womit die Vögel heutzutage ihre Nester ausstatten? Genau mit dem Müll den Menschen liegen lassen. Ich weiss nicht wie ihr es finden würdet in einer Wiege aus Plastikmüll und Kippenstummeln aufzuwachsen.
Ich wundere mich wer einfach den Dreck so hinschmeißt – weil sehen tut man das nicht. Erst wenn er da liegt. Und neulich, Tatsache. Bahnhof Altona ein junges Pärchen geht am Mülleimer vorbei, versucht zu zielen, trifft nicht, geht weiter. Als ich sie darauf hinweise dass es daneben gefallen ist, pöbelt sie mich halbtrunken an und sagt. Ja, und????`Und geht weiter.
Ihre Einstellung  „Irgendwer-wird-meinen-Müll schon-wegräumen“ scheint Programm zu sein und ist erschütternde Wahrheit, denn sie ist wahrlich nicht die einzige damit.

Wenn nur jeder ein bisschen mitmacht, würde sich viel verändern. Ganz ehrlich, die Pest holen wir uns nicht wenn wir in der Natur ein bisschen Müll mitnehmen.

Ganz im Gegenteil.

Was wirklich wichtig ist

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Unterwegs mit einem Workoholic.

„Ich bin erkältet, mir gehts nicht gut“, waren seine Worte am Morgen.
Mit einer klaren Vision und Überzeugungsstärke wurde er von uns fremdbestimmt, heute in seinem Leben mal etwas anders zu tun als sonst. Etwas zu machen, was er noch nie zuvor in 7o Jahren gemacht hatte.
Wandern. Einen längeren Mini-Spaziergang. Den Horizont erweitern.
Den Körper raus aus dem Stuhl, rein in die Natur zu bewegen.

Auf dem Parkplatz vor dem Naturschutzgebiet angekommen fragt er:
“ Findest Du das schön hier?“

Wir laufen los, er telefoniert, mitten auf dem Weg in die Natur.
Geschäfte, busy – busy, absurd an diesem Ort.

Nach dem Beenden des Telefonates fällt es ihm auf:
“ Das ist ja schön hier! Toll.“

Klingeling.. nur noch das eine….

Es dauert es einen halben Tag Überredungskunst ihm das Handy und das i-Pad abzunehmen. Mit einem Belohnungssystem klappt es schließlich.
Drei Stunden kann er jeweils 1 Punkt sammeln, ab drei Punkten gibt es eine Überraschung. 

Er hält durch. Ohne Devices.
Eine kleine Wanderung durch dieses Paradies mit Pause und Snack.

Es ist schön, es ist anders und er hat sich getraut.
Die Überraschung war dann gar nicht mehr so wichtig – er hat am Leben teilgenommen.

GrossRaumTraum

großraum

Das meinen die doch nicht im Ernst – oder?
Da sucht man seit Jahren nach einer Ladenfläche in Altona. Bisher ohne Erfolg.
Gute Flächen gehen meist unter der Hand weg.
Große Flächen liegen auf der Hand und bleiben auf dem Markt.
Entweder zu abgelegen oder bereits abgegeben.
Heute. Besichtigung einer kleinen Ladenfläche in B-Lage.
33 qm. 400 €. Guter Preis.
Der Gedanke, dieses Objekt wäre ein Versuch wert liegt sehr nahe.
Nicht mehr, nachdem bei Eintritt sofort beide Nasenflügel mit Schimmelporen geflutet werden.
Im Kopf geistert noch eine andere moderne Ladenfläche in A-Lage umher.
Anrufen kann man ja mal – fragen kostet ja nichts.
Wobei man sich bei dem Preis gar nicht sicher sein kann…
88qm. 4600 €. Der Preis ist absolut `scheiss`.
Großraum weiter zu verbergen.

 

 

Such a horrible day!

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What a shit!
Und, ich dachte das macht Spaß! Gerade den Job geschmissen auf der Suche nach etwas Neuem. Mit mehr Menschenkontakt. Unter Leuten sein. Nach zehn Jahren zwischenzeitig ziemlich einsamer Selbstständigkeit wieder etwas mehr vom Leben mitbekommen.
Dafür muss erstmal ein Lebenslauf geschrieben werden, woraufhin gleich der Laptop seine Festplatte schrottet. Alles futsch. Der nächste Anlauf dauert ein paar Monate.
Nach Überwindung einiger innerer und äußerer Hindernisse ist es getan.
Lebenslauf, Bewerbung – und raus.

Zack. Vorstellung 1 – beim Eisladen. Wie? 7,50 die Stunde. Wie? Einen Wochenendtag ist Pflicht?
Ich bin alleinerziehend und meine Babysitterin für den PflichtWochenendtag bekommt dann 50 Cent/Pro Stunde mehr als ich. Wo genau rechnet sich das?
Ich suche ja keinen Job als Beschäftigungstherapie. Hallo?

Ok. Abgesagt.

Nächste Runde. 2. Vorstellungsgespräch Salatbar & Smoothies.
8,50 Std. mit Aufstiegsmöglichkeiten bei guter Führung.
Ok, das ist immerhin ein Versuch wert.
Montag früh Probe arbeiten 08 – 14 Uhr.

Das Wochenende davor mit dem Bus auf Fehmarn in absoluter Freiheit verbracht kamen schon erste Zweifel auf, was genau dieses Probe arbeiten am Montag eigentlich soll.
Wer hatte sich das ausgedacht? Ich? Und, wozu genau jetzt?

Ah. Ja, um Geld zu verdienen und unter Leute zu kommen, Erfahrungen im Gastro Bereich zu sammeln, um irgendwann einen eigenen Laden aufmachen zu können.
Ach ja. Stimmt. Zielverfolgung wieder klar.

Ab nach Hamburg.

Nachbarin fragen ob sie den Hund, am nächsten Tag zwischendurch raus lassen kann.
Alles klar, Sie macht sich einen großen Erinnerungs-Zettel an die Haustür. Gebongt.

Gute Nacht.

Aufstehen 05.45. Haare waschen, Verkaufsschick anziehen, Nägel vom Wochenendfreiheitsstranddreck befreien. Hund füttern. 06.45 Kind wecken, schnell anziehen, Kakao rein schieben. Zähne putzen nicht vergessen.

07.05 zum Bäcker,
07.10 mit dem Rad den Hund schnell durch den Park scheuchen,
07.25 Hund in die Wohnung sperren, ab zum Kindergarten,
07.32 Kind hoch bringen, bisher ist nur ein fremdes zwei Jahre jüngeres Kind da,
07.34 Enttäuschte traurige Tochter im leeren Kindergarten zurücklassen um in die Hafencity zu düsen.
07.53 Ankunft Tatort.
08.00 Eintritt.

`Hallo , ich heisse Rebecca. Ich arbeite hier heute zur Probe.`
Unbekannt: `Häh – aha, keine Ahnung.`
`Hallo , ich heisse Rebecca. Ich arbeite hier heute zur Probe.`
Unbekannt 2: `Häh – Aha.`
`Du weisst von nichts?`
Unbekannt 2: `Ne, aber die N….. bestimmt, komm mal mit nach hinten`
`Hallo , ich heisse Rebecca. Ich arbeite hier heute zur Probe.`
N……: (bückend den Kopf gesenkt): `Aha – na das hat mir gerade noch gefehlt.`

Ok, das wäre genau der passende Moment gewesen, um sofort kehrt zu machen.
Statt dessen hole ich zweimal Luft, denke mir, ok sie hat das nicht so gemeint, wie es klang, und sage immerhin:
`Ich kann auch einen anderen Tag wieder kommen`

N……: `Ne, ist schon ok, Arbeit ist immer genug da`
Zeigt auf einen schwarzen Schrank.
`Da oben sind Klamotten,such dir was raus. Hose und Hemd.`
Abgang N…..

Ach, wie nett diese N…. hier einen Neuling so begrüßt.
Ok, hier wäre die zweite Gelegenheit gewesen zu gehen, und nach kurzen Überlegungen,
hielt ich es für angemessen meine ersten Eindrücke und Vorurteile nicht übermäßig zu bewerten und es auszuprobieren.

Rein in die schwarze Legging mit Bündchen an der Fessel. Ich hasse Bündchen.
Shirt an.
Ab zu N…….. – Dienstbereitschaft melden.

N….., Unbekannt 1 und Unbekannt 2 holen gerade alle Waren vom Wochenende aus der Auslage und halten es sich gegenseitig unter die Nase um sich über die Eventualitäten der möglichen Verzährbarkeit der Produkte abzusichern. Schmierige Gurken, schrumpeliger Salat, Lachs, Feta, Eier, Bohnen. Zum Glück wanderte spätestens alles was fragwürdig war, spätestens als der gleich auftauchende Mann es unter die Lupe nahm, in den Müll. Puh.
Tomaten zupfen, waschen. Hühnchen umschichten.
08 50. Auftritt Koch. Wie ein Wirbelwind betrat er sein Harem und begrüßte es unauthentisch gut gelaunt.

`Gibt es irgendwo Gläser, dass man sich Wasser nehmen kann?` frage ich Unbekannt 1.
Unbekannt 1: Ja, da hinten unter der Spüle ist Mitarbeiter-Wasser in Plastikflaschen.
Darfst Du Dir nehmen.
`Oh, dankeschön`
Zack zack weiter. Salat waschen, Zwiebeln schälen, Salat zupfen, spülen.
11.00 h. Hunger mit Cafedurst. Die paar Haferflocken sind schon 4 Stunden her.
Ich begebe mich zu Unbekannt 2, die die Theke und Cafemaschine unter ihrer Gewalt haben darf.
`Ich habe sehr große Lust auf einen Cafe, könntest Du mir bitte einen machen.`
Unbekannt 2: `Höh. Joaaa. Was willst du denn?`
`Gerne einen Cappuccino oder Latte Machhiato. Vielen Dank.

Er schmeckte wirklich gut, und gab mir neue Kraft. Ich bedanke mich und lobe sie für dieses wohlschmeckende Getränk.
Avocado schneiden. Salat waschen, zupfen.
Ein Blick auf die Uhr 11:53.
Unbekannt 2: Wie lange bist du heute da?
`Bis ca. 14 Uhr. Spätestens um 14.30 muss ich am Kindergarten sein`
Unbekannt 2: Du hast ein Kind?
`Ja`
Unbekannt 2: `Wie alt bist Du denn?`
´34`
Unbekannt 2 staunt und schenkt mir zum ersten Mal anerkennende Blicke.
Auf Nachfrage, gesteht sie dass sie mich auf Anfang 20 geschätzt hätte.
Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon das Gefühl, dass dies der beste
Moment des Tages bleiben würde.

Weiter Soßen abfüllen, Dressings etikettieren, Zutaten abfüllen.
`Sollen wir mal den Müll raus bringen? `
Die Tonne quillt bereits über so dass der Müll neben der Tonne landet.
Unbekannt 3: `Ja, aber später, noch ist sie nicht richtig voll und man muss etwas gehen.`
Aha. weiter spülen, zupfen, waschen, Lieferungen entleeren, Salat sortieren.
Direkt zum Koch: `Soll ich mal den Müll leeren`?
Koch: `Ja, kann jemand mal mitgehen und ihr zeigen wo der Müll ist`
Unbekannt 3, bewegt sich in den Nachbarraum zum kleineren Mülleimer und kommt mit einer kleinen Tüte entgegen.
Während ich versuche die große Mülltüte vom Mülleimer zu trennen, frage ich sie.
`Wo sind Tüten? Diese hier reisst bereits.`
Freundlicherweise hilft sie mir dann ohne große Unfälle die viel zu volle und äußerst schwere Tüte in eine andere rein zu manövrieren.
Kurzerhand fische ich noch den großen 5 Liter Joghurteimer wieder unten aus der Tüte raus, der so gegen die Tütenwand presst dass es mir unterwegs sonst die ganze Ladung auf die Strasse gequetscht hätte.
Auf geht’s. Unbekannt 3 läuft leichten Fußes mit ihrer kleinen Tüte vorweg.
Alle 10 Meter stoppe ich um die ca. 25 kg schwere und rutschige Tüte, neu zu schultern.

Unbekannt 3: `Geht’s ?`
`Ja`
Was hab ich gesagt????????????? Ja?!?!
Oh Shit, Frau Schmidt, das wäre die dritte Gelegenheit gewesen einfach abzustellen und zu gehen.
Ok, Chance vertan. Müll ins Nirvana geschleppt. Zurück.
Mittagsansturm.
Zack Zack, Smoothies machen, Salatbar auffüllen, Eier aufschneiden, Lachs abwiegen,
spülen, waschen, Salate lernen, zack zack.

13.10 stellen sich erste größere Schwächeanzeichen und Hunger ein.
Vielleicht hilft mir mein kostenloses JA Mitarbeiter-Wasser.
Schnell die Flache geleert und einen kleinen Happen Weißbrot geklaut.
Theke wischen, Tische säubern. Hilfe, ist das heiss hier. Ich habe Hunger.

13.48
Chefin springt mir grinsend entgegen, nachdem sie ihren Salat verspeist hat:
`Du hast Feierabend`
Gott sei Dank, denke ich und sage:
`FeierMittag` Haha.
Sie bittet mich zum kurzen Resumé-Gespräch in Ihr fensterloses Kabuff und bietet mir potzblitz einen Arbeitsvertrag an, nachdem auch N…. ihr bestätigt hatte dass es sich bei mir um eine fleißige Frau handle.
Ich behalte mir vor ohne meinen Anwalt keine weiteren Aussagen dazu zu machen und eine Nacht über alles zu schlafen.

Ich ziehe mich um, sage freundlich Tschüss. Der Koch sagt noch: `Bis die Tage`.
Ich schmunzle still, wobei mir nicht zum schmunzeln ist, und ich für Späßchen nicht mehr aufgelegt bin.

So stürme ich den Edeka ums Ecke, kaufe 1 Brötchen und Käse. Ab aufs Rad, in 20 min die Tochter abholen. Zurück radeln dabei Brötchen essen. Unterwegs noch ein zweites Brötchen und ne Cola kaufen weil die Kraft sonst nicht ausreicht.

14.33 Ankunft Kindergarten. Meine zauberhafte Tochter rennt mir in die Arme.
Sofort schiessen mir die Tränen ins Gesicht. Und ich denke nur, das ist es nicht wert, mich für 6 Stunden Arbeit und den dabei rauspringenden 51 € derart zu ruinieren, um diesem wunderschönen Geschöpf mittags nur noch als Wrack entgegen zu treten.

Ab nach Hause, den Hund befreien.
Tür auf, Hund freut sich so riesig und es beschleicht mich das Gefühl dass die Nachbarin nicht da gewesen ist.

Ab aufs Klo. Ding Dong! – die Haustür steht offen …
Nachbarin: `Hallo `
`Ich bin auf dem Klo`
und ich wusste genau was sie wollte und hoffte sie zieht Leine.
Nein, sie wartete brav an der Tür so dass ich nicht mal in Ruhe pinkeln kann.

Ich schleppe mich zu Tür und nehme ihre zweifelhaften Erklärungen entgegen weshalb sie es nicht geschafft hatte den Hund für eine Minute raus zu lassen. Und weshalb sie sogar ihren DinA4 Hinweiszettel an ihrer Haustür übersehen hatte. Es folgt ein kurzer Abspann von den mega überlaufenden Tagen als selbständige Künstlerin und viel zu langen To Do Listen, und dass sie es eventuell irgendwann mal schaffen würde dran zu denken.

`Ist schon ok, er lebt ja noch. Ich bin kaputt. Lass gut sein.`
Immerhin habe ich das hingekriegt zu sagen, und schließe halbwegs die Tür.

Ungeduldig kommt meine kleine Tochter das Treppenhaus hoch, denn sie hatte unten gewartet bis Mutti vom Klo wiederkommen wollte um mit ihr Eis essen zu gehen.

Mutti steht etwas regungslos in der Hautür und räumt Kram beiseite.
Da höre ich eine Kinderstimme: `Mami, warum bist du denn so traurig?`

Da bricht es heraus, und ich weine. Endlich – mal richtig.
Ich erkläre ihr dass ich einfach keinen schönen Tag hatte, es sehr anstrengend war und es nicht schön fand sie so früh und ohne andere Kinder im Kindergarten abzugeben und den Hund den ganzen Tag alleine zu lassen. Dass ich mich sehr auf die neue Arbeit gefreut hatte aber dass sie überhaupt nicht so schön war wie ich vorher gedacht hatte.

Deshalb bin ich traurig.
Sie umarmt mich.

Danke.
Das nenne ich Herzlichkeit.

Vorurteile bitte adé

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Eine Einladung zum Netzwerktreffen hat wohl jeder schon mal bekommen.
Aber speziell für Frauen? Ist noch mal eine ganz andere Liga.
Was ist das?  Frauen möchten sich über Jobs und das Leben im Job austauschen.
Bei einem Gründertreffen eines solchen Netzwerkes konnte ich dabei sein.
Mit gemischten Gefühlen und einer leichten Skepsis betrat ich das Restaurant in dem
die Netze gespannt werden durften.
Nach meiner Verspätung durfte ich mich noch mal separat vorstellen.
Ich, nachdem ich nun gerade aus meinem Job aussteige, auf einem Netzwerktreffen.
Na, das erschien mir fraglich.
Zu irgendetwas wird es schon gut sein – hoffte ich.
Auf den ersten Blick, überkamen mich Gedanken wie:
Was soll ich hier? Was kann ich hier mitnehmen und was teile ich mit diesen Frauen in
Anzügen?

Nach der ersten Stunde, die etwas holprig begann, nahm das Ganze Fahrt auf und ich begann mich für die Persönlichkeiten mehr und mehr zu interessieren.
Die erste Erleuchtung erreichte mich als mein immer offener werdender Geist von der Schönheit dieser Frauen geflutet wurde. Jede einzelne der vier Frauen auf ihre ganz besondere Art war ein wirklich wunderschönes Wesen.
Die Haare, der Mund, die Zähne, die Stimme, die Haut, das Lächeln, die Gestik und dabei beruflich erfolgreich. Selbstbewusste Schönheiten – authentisch und natürlich.
Plötzlich beginne ich zu begreifen warum es Männer gibt, denen genau das Angst macht. Schöne Frauen, die sicher im Leben stehen.  Und hinter diesem Satz steht weit mehr als man in Worte fassen kann – ich konnte es sehen und fühlen.

Der zweite Teil der Erleuchtung, der immer wieder von dem Anblick der faszinierenden Geschöpfe begleitet wurde, begann, als ich bemerkte da steckt weit mehr dahinter als pure Schönheit.
Sie erzählen Stories, die richtig witzig sind. Diese Frauen haben darüber hinaus also auch Witz.
Was sie noch interessanter macht. Zusätzlich engagieren sie sich ehrenamtlich, schreiben einen Blog oder treiben interessante Sportarten.

In Teil drei wird mir plötzlich klar, es geht nicht nur um die anderen die ich betrachte. Ich bin ein Teil dieses Kreises und das bedeutet, dass ich genauso ein wunderschönes interessantes Geschöpf bin, wie die anderen hier am Tisch. Und das steigert mein Selbstvertrauen.
Weg vom Lästern, denken, grübeln über andere, nimmt die Zeit der Transformation Form an und es geht zunehmend um Offenheit, Liebe und Selbstliebe.

Wunderbar.

Teilchen Teil 2

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Wir hasten, rasen, flitzen.
Wumms !!
Plötzlich fliegt das heiss geliebte Mediengerät auf den harten Stein.
Mit der ganzen Oberfläche stürzte es gnadenlos zu Boden  – da liegt es –
der Aufprall liess keinen sanften Sturz verlauten.
Hoffnung nach Verschonung bleibt, bis zu dem Moment als das Display umgedreht wird.
Sichtbar wird eine einzig gebrochene Fläche. Das Glas hinüber, kein Blick kann mehr hindurch dringen auf die Fläche, die wir am Tag so oft begutachten und befingern.
Alles was sichtbar ist, ist ein tiefes dunkles schwarz mit bunten Streifen.

Es bimmelt und klingelt weiter, Nachrichten trudeln ein, die nicht mehr gelesen werden können.
Die Frage im Kopf: ist es wichtig? Was und wer kann es ein?
Nervosität macht sich breit: Fast wie ein Entzug, die Informationen nicht lesen zu können.
So schnell wie möglich wird ein Laden aufgetan der das Leid des Gerätes und des Menschen beenden kann. Bisher noch mit dem geliebten Gerät zusammen muss es dort abgegeben werden. In fremde Hände. Für 1,5 Stunden.
Und nun? Was macht man 1,5 Stunden ohne seinen ständigen Begleiter.
Nicht erreichbar zu sein und niemanden erreichen zu können, nichts googlen zu können.
Man richte den Kopf mal wieder auf und nach vorne.

Geht einen Cafe trinken mit jemandem dem es genauso geht. Entspannen. Reden.
Nicht erreichbar in 1,5 sehr unterhaltsamen Stunden ohne Unterhaltungsmedium.
Einfach von Mensch zu Mensch. Herrlich. Danke.